Begründung und Ziele

Die zweite QALLL (Quality Assurance in LifeLong Learning with a focus on Vocational Education and Training and Adult Education) Konferenz am 28. November 2011 in Berlin versammelte Bildungsfachkräfte und -experten, Projektauftragnehmer des European Lifelong Learning Programmes Leonardo da Vinci und Grundtyip, politische Entscheidungsträger, Mitglieder nationaler Behörden, Representanten der Sozialpartner und andere Interessensvertreter, die an der Qualitätssicherung der beruflichen Aus- und Weiterbildung und Erwachsenenbildung interessiert sind. Das Ergebnis des Workshops bei der Konferenz zeigte, dass die Qualität des Lernens und der Organisation nur verbessert wird, wenn Mitarbeiter informiert, motiviert und eingebunden sind in die Planung, Umsetzung, Bewertung und den Prüfungsprozess des Qualitätsmanagements, unabhängig davon welches Qualitätsmodel verwendet wird. Praktiker, politische Entscheidungsträgern und Forscher kamen zu den entscheidendem Schluss, dass der Grund dafür ist, dass es zwei Kulturen gibt:

  1. Eine „rationale bürokratische Kultur“, die hierarchisch und zeitlich, funktionell strukturiert ist. Verantwortlichkeit wird erzielt durch genaue Berufsbeschreibungen, Leistungsindikatoren, Aufsicht, Linienmanagement und leistungsorientierten Verträgen.
  2. Eine „selbstständige Berufskultur“: selbstorganisiert, selbst- und gleichrangig bewertet, kollegial entscheidend. Diese Kultur wird von unterrichtenden Mitarbeitern in der beruflichen Aus- und Weiterbildung getragen.

Viele Lehrer waren auch der Meinung, dass keine der Qualitätsinitiativen der Institute auf den Lehr- oder Lernprozess gerichtet waren und dadurch nicht den Klassenraum und die Lernenden erreichen.

Wenn man das Wissen über Qualitätsmodelle, Indikatoren und Bewertungsmethodik als „HARD Skills“ betrachtet, dann stellen die Richtlinien für VET-Führungskräfte die nötigen „SOFT Skills“ von Qualitätsinitiativen dar.

QualityAssurance

Ziele


Ziel des Projektes „Förderung des Qualitätsbewusstseins in der beruflichen Aus- und Weiterbildung“ ist es Richtlinien zu entwickeln, die die Geschäftsführung von beruflichen Aus- und Weiterbildungsorganisationen unterstützt und befähigt ihre Lehrkräfte zu motivieren, aktiv an Qualitätssicherungsmaßnahmen mitzuwirken.

Die Richtlinien sollen die Vorbereitungsarbeiten seitens der Organisation unterstützen, den partizipativen Ansatz fördern, um breite Beteiligung der Lehrkräfte zu gewährleisten und Antworten zu folgenden Fragen bieten:

Wie wird Bewusstsein für die Ideologie der Qualitätssicherung und deren Nutzen geschaffen
Wie kann man Mitarbeiter bei der Auswahl eines Qualitätssicherungsmodelles beteiligen
Wie kann man Mitarbeiter bei der Planung von Qualitätsinitiativen involvieren
Wie kann man die Beteiligung der Unterrichtenden während der Umsetzung des Qualitätssicherungsprozesses aufrechterhalten
Wie kann man die Bewertung der Ergebnisse aus der Qualitätssicherungs gemeinsam mit den Unterrichtenden planen
Wie kann man Verbesserungen der VET-Aktivitäten überprüfen und planen
Wie kann man das am besten in der Führung von Mitarbeitern umsetzen und wie fördert man eine gemeinsame Vision in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Die Richtlinien werden mit praktischen Tipps und Best Practices von den teilnehmenden Ländern und Erfahrungen aus anderen EU-Projekten ergänzt werden.